Holzschnitt 1510
    
Niklaus von Flüe
Bruder Klaus  
  
 
   nvf.ch · Home   
   Inhalt   
   Quellenwerk   
   Brunnenvision  
   Das «Rad»  
   Weisse Lilie  
   Suchen   
   Kontakt   
      
  
  
brunnenvision.ch

  
   

  
   Wer ist Bruder Klaus, alias Niklaus von Flüe
  
       
Gottsucher und Friedenstifter
   
1417 Geburt des Klaus von Flů im Bauernhaus unter der Flů (Flüeli, Kanton Obwalden, im Herzen von Europa). Vom alten Wort «Flue», bzw. «Flů», wird der Familiennamen «von Flüe» abgeleitet, sowie der Ortsname «Flüeli». Eltern: Heinrich von Flüe und Hemma Růbert. Getauft auf den Namen «Niklaus», wegen eines Interdikts jedoch nicht in Sachseln sondern in Kerns. Rufname: «Klaus», ofizieller Name in den ältesten Quellen: «Klaus von Flů».
   
Gottsucher bereits als Kind, mit Neigung zum «einig wesen» (= zum Alleinsein, zum Einsiedlerleben). Vorbildliche Jugendzeit. Friedensliebe und Gespür für Gerechtigkeit.
   
bis 1446 Teilnahme an verschiedenen Feldzügen der Eidgenossen als Offizier (Zugführer, Hauptmann).
   
1447 Als wohlhabender Bauer heiratet er Dorothea Wyss. Wird Vater von zehn Kindern (fünf Söhne, fünf Töchter), wovon der jüngste Sohn «Niklaus» in Basel, Paris und Pavia (Universität des Herzogtums Mailand) studiert, mit Abschluss als Magister der Freien Künste (Magister Artium), dann wird Niklaus junior Pfarrer in Sachseln. – Die ältesten Söhne Hans und Walter (Welti) erreichen das Amt «Landammann», das der Vater mehrmals ablehnte, ebenso gelangt der Sohn von Walter, Niklaus III., in das höchste Amt des Landes Unterwalden ob dem Wald. Ein anderer Enkel, Konrad Scheuber, wird zudem Landammann von Nidwalden und später sogar Einsiedler in der Bettelrüti ob Wolfenschiessen.
   
bis 1467 Verschiedene Ämter in Räten (Minister) und Gerichten, Delegierter des Standes «Unterwalden ob dem Wald» an mehreren eidgenössischen Schiedsgerichten. Das Amt «Landammann» lehnt Niklaus von Flüe jedoch mehrmals ab. Zwischenzeitlich ist er als Mitglied des Rates wohl zugleich «Vennerich» (= Bannerherr, Oberst).
   
1467 Abstossende Erfahrungen mit der politischen Korruption und mit ungerechter Rechtsprechung. Niklaus von Flüe will sich nicht in das Amt des Landammanns wählen lassen. – Seine Söhne Hans und Walter (Welti) erreichen das Amt «Landammann», ebenso gelangt der Sohn von Walter, Niklaus III., in das höchste Amt des Landes Unterwalden ob dem Wald. Ein anderer Enkel, Konrad Scheuber, wird zudem Landammann von Nidwalden und später sogar Einsiedler in der Bettelrüti ob Wolfenschiessen.
   
1467 Am 16. Oktober verlässt Niklaus von Flüe alles, was er hat: Frau und Kinder, seinen Bauernhof, seine Heimat, um als «Wallbruder» (= Pilger) in der Welt umherzuziehen und Gott zu suchen. Er erhält hierzu ausdrücklich die Erlaubnis seiner Ehefrau Dorothea. Aber nach wenigen Wochen kehrt er bei Liestal um, geht wieder ins Obwaldnerland zurück und lässt sich zunächst in der Alp Klisterli nieder. Dann wird die Melchaaschlucht, der Ranft, sein endgültiges Domizil als Eremit. - Der Schwerpunkt seiner Spiritualität liegt in der täglichen intensiven Betrachtung des Leidens Christi: Das «Leiden Gottes» im Herzen zu tragen, bringt am Ende des Erdenlebens Trost und Sicherheit.
   
1469 Donnerstag, 27. April – Auf Anordnung des Bischofs von Konstanz prüft sein Weihbischof und Generalvikar, Thomas Weldner, die Nahrungslosigkeit und Rechtgläubigkeit des Eremiten (kirchliche Inquisition) und weiht die (obere) Ranftkapelle ein. Als schützender Beistand ist der mit Klaus von Flüe befreundete Berner Ratsherr (bis Ostern Schultheiss), Adrian von Bubenberg, Freiherr von Spiez, anwesend. Dieser wiederum war von Jugend auf befreundet mit dem Burgunder Herzog Karl dem Kühnen. – Bubenberg unternahm eine Pilgerreise ins Heilige Land und wurde dort 1466 Ritter vom heiligen Grab. – Die Inquisition wurde möglicherweise als nicht abgeschlossen erachtet, weil sich der Generalvikar bedroht fühlte durch die Anwesenheit der Beschützer, insbesondere durch die Bubenbergs.
   
1469 Im Juni - Bruder Klaus - wie nun Niklaus von Flüe meistens genannt wird – erzählt einem Dominikaner von seiner grossen inneren Unruhe, bis er sich als Einsiedler zurückziehen konnte und damit begann, intensiv das Leiden und Sterben Jesu zu betrachten (Passionsmystik).
   
1474 Wichtige biografische und historische Einzelheiten verdankt die Nachwelt den Eintragungen des sächsischen Junkers Hans von Waldheim in seinem persönlichen Reisetagebuch. Dorothea wird darin als «suberliche Frau» erwähnt, was sich aber nicht nur auf den äusseren Eindruck bezieht, sondern vor allem auf ihr Wesen.
   
1478 Albrecht von Bonstetten, Dekan des Klosters Einsiedeln macht der Öffentlichkeit den ersten Bericht über Bruder Klaus zugänglich.
   
1481 Friedensstifter angesichts des drohenden Bürgerkriegs zwischen den Eidgenossen, nach ergebnislosen Verhandlungen um Aufnahme der Städte Freiburg und Solothurn in den Bund an der Tagsatzung von Stans (Stanser Verkommnis). Dank Bruder Klaus kann nicht nur das Schlimmste verhindert werden, sondern in einer heillos zerstrittenen, ausweglos erscheinenden Situation bricht der Friede durch.
   
1482 Niklaus von Flüe – inzwischen in weiten Teilen Europas bekannt - wird in verschiedenen politischen und kirchlichen Angelegenheiten um Rat gefragt.   Dankschreiben an den Rat der Stadt Bern mit der berühmten Aussage: «Der Friede ist immer in Gott, denn Gott ist der Friede. Friede kann nicht vernichtet werden, Unfrieden aber wird zerstört.»
   
1487 21. März – Bruder Klaus stirbt und wird sogleich als Heiliger verehrt und als Fürsprecher für Heilungen angerufen. Unter den Hilfesuchenden befindet sich auch ein invalider Fischer aus Dänemark, der ohne Erfolg nach Santiago de Compostela gefahren ist – wahrscheinlich mit dem Schiff; den Rückweg geht er jedoch über Land und erfährt in Sachseln, am Grab von Bruder Klaus Heilung.
   
1648 Erlaubnis zur teilweisen liturgischen Verehrung durch Papst Innozenz X. (Beatificatio Aequipollens). Ein Beweisstück (Urkunde) ist allerdings nicht vorhanden, weshalb der Status nicht offiziell feststeht.
  
1657 Am 12. Juni ordnete Papst Alexander VII. die abschliessende Beurteilung der Nahrungslosigkeit des Eremiten an. Die Ritenkongregation erkannte nun als notwendiges Wunder für das weitere Prozedere der Seligsprechung die zwanzigjährige Nahrungslosigkeit als zweifellos erwiesen an.
  
1669 Offzielle Verehrbarkeit durch Papst Clemens IX. in einem Breve erklärt, allerdings eingeschränkt auf die Pfarrei Sachseln.
  
1947 15. Mai – Heiligsprechung durch Papst Pius XII. Am Tag danach ehrt der Papst in einer Predigt ausdrücklich auch die Ehefrau von Bruder Klaus. – Festtag ist der 25. September, da am 21. März bereits Benedikt von Nursia (Patron Europas) gefeiert wird (Feiertag in Obwalden wegen den Benediktiner-Konventen Engelberg und Sarnen sowie den Benediktinerinnen-Klöster Sarnen und Melchtal).
   
1984 Papst Johannes Paul II. feiert im Flüeli Eucharistie und betet anschliessend am Grab von Bruder Klaus in Sachseln. Dabei fordert er dazu auf, auch die Ehefrau Dorothea zu ehren, er nennt sie «heiligmässig».
   
Bestrebungen um Erlaubnis, Bruder Klaus und Dorothea zusammen als heiliges Ehepaar zu verehren, sind im Gang.
   
Das besondere Gebet von Bruder Klaus war gemäss der ältesten auffindbaren Quelle:
   
O mein Gott und mein Herr,
nimm mich mir
und gib mich ganz zu eigen dir.
   
O mein Gott und mein Herr,
nimm von mir alles,
was mich hindert gegen dich.
   
O mein Gott und mein Herr,
gib mir alles,
was mich fördert zu dir. Amen.

    

• Quellenverzeichnis

• Adrian von Bubenberg


   
Bruder Klaus · Niklaus von Flüe · Flüeli-Ranft · Schweiz
© 1998–2006 ·
nvf.ch und bruderklaus.eu (vormals: bruderklaus.ch)
Designed and published by Werner T. Huber

Letzte Dateiänderung: 25.05.2009 10:19:12
www.zugerweb.ch